Benny Goodman – The King of Swing

Benjamin David “Benny” Goodman
Benjamin David “Benny” Goodman

Benjamin David “Benny” Goodman wurde am 30. Mai 1909 in Chicago, Illinois als neuntes von zwölf Kindern geboren. Seine Eltern, David Goodman und Dora Grisinsky waren arme jüdische Immigranten aus Polen und Litauen.

Im Alter von 10 Jahren bekam Benny Goodman seine erste Klarinette, nachdem sein Vater ihn und zwei seiner älteren Brüder zu Musikstunden in der Kehelah Jacob Synagoge angemeldet hatte.

Ein Jahr später spielte er bereits Imitationen verschiedener Stücke um sein Taschengeld aufzubessern, mit 12 wurde er im Theaterorchester aufgenommen und trat mit verschiedenen Tanzkapellen der Stadt auf, um mit 14 bereits gemeinsam mit dem legendären Bix Beiderbecke in einer Band zu spielen.

Bix Beiderbecke
Bix Beiderbecke

Im Alter von 16 war er schon bis an die Westküste der USA bekannt und wurde von der in Kalifornien ansässigen Band von Ben Pollack angeworben, in der er für die nächsten vier Jahre tätig war und mit der er seine ersten Aufnahmen anfertigte. In diesem Jahr entstand auch die erste Aufnahme eines von ihm gespielten Klarinetten-Solos (He’s the Last Word).

1928 zog er schließlich nach New York City, wo er als Sessionmusiker für Ben Selvin und Paul Whiteman arbeitete und nebenbei Radioauftritte absolvierte. Der erste Charterfolg gelang Goodman im Januar 1931 mit seiner Plattenaufnahme des Songs „He’s not worth your tears„, welcher Platz 20 erreichte. Im Jahr 1934 gelang ihm mit „Moonglow“ sein erster von insgesamt sechzehn Nummer-1 Erfolgen

Im selben Jahr erfuhr er, dass für das Restaurant „The Music Hall“ eine Band gesucht wurde, weshalb er seine erste Big Band formierte, welche zum ersten Mal in der Jazzgeschichte weiße und schwarze Musiker vereinte und für den Job vorsprach.

Er erhielt den Job, erfuhr aber schon nach kurzer Zeit das für die NBC Rundfunkserie „Let’s Dance“ drei Bands gesucht wurden, welche abwechselnd Samstags Abends spielten. Hierbei sollte jede Band eine bestimmte Rolle erfüllen. Eine Band sollte Latin-Music spielen, die andere „Sweet-Music“ und die letzte „Hot-Music„.

Gene Kruppa ca. 1946
Gene Kruppa ca. 1946

Benny Goodmans Band war „hot“ genug um den Job zu bekommen, aber nicht „hot“ genug um ihn selbst zufrieden zu stellen. Aus diesem Grund holte er die Drum-Legende Gene Krupa und Fletcher Henderson in die Band. Diese Band prägte durch ihre musikalische Perfektion eine neue Ära in der amerikanischen Musik – den Swing.

Nachdem die Sendung sechs Monate gelaufen war, wurde eine Landestour geplant, die jedoch bis zum letzten Auftritt ein völliger Fehlschlag wurde. Beim letzten Auftritt im August 1935 jedoch, im Palomar Ballroom in Los Angeles, änderte sich dies schlagartig.

Zu Beginn des Konzertes wurden von der Band Standardarrangements gespielt, welche jedoch beim Publikum durchfielen. Nach Aussage von Willard Alexander, der Booker der Band, sagte Gene Krupa zu Benny Goodman: „Wenn wir schon sterben, dann lass uns wenigstens sterben, während wir unser eigenes Ding spielen“. Kurz darauf brach das Publikum in Applaus aus und begann ausgelassen zu tanzen. Das Konzert war ein dermaßen großer Erfolg, dass die Band zwei Monate in dieser Halle spielte. Anschließend war sie national berühmt.

Noch größer wurde ihr Ruhm durch die Shows im Paramount Theatre, wo schon in den frühen Morgenstunden lange Reihen vor den Eingängen warteten, um die neue Musik der „Benny Goodman Band“ zu hören. Mit 28 Jahren schien es als sei Goodman an der Spitze seiner Karriere angelangt, was jedoch ein Irrtum war.

Der offizielle Flyer zum Konzert von Goodman 1938 ( Courtesy of the Carnegie Hall Archives.)
Der offizielle Flyer zum Konzert von Goodman 1938 ( Courtesy of the Carnegie Hall Archives.)

Der Höhepunkt von Benny Goodmans Karriere, und ein Meilenstein in der amerikanischen Musikgeschichte, wird durch den 16. Januar 1938 markiert.

Die Benny Goodman Band wurde für ein Konzert in der Carnegie Hall gebucht. Die Halle, die als die wichtigste Adresse der Musikszene Amerikas galt. Sie war das Zuhause der New York Philharmonie und Anlaufstelle für alle wichtigen Musiker dieser Zeit. Bereits Wochen vorher waren alle 2760 Tickets ausverkauft und das zu einem damals extrem hohen Preis von 2.75 Dollar. Das Konzert begann mit eigenen Songs wie „One O’Clock Jump“  und ging in ältere Songs der Geschichte des Jazz über.

Wie beim Konzert im Palomar Ballroom war die Anfangsstimmung eher zurückhaltend. Dies änderte sich als eine Jam Session begonnen wurde, der auch Mitglieder der Count Basie und Duke Ellington Bands beiwohnten. Nachdem die Goodman Band wieder alleine die Bühne übernommen hatte, spielten sie die Nummern, welche sie berühmt gemacht hatten, was vom Publikum euphorisch aufgenommen wurde. Zu der Zeit, als die Band zum Höhepunkt der Show, einer ihrer bekanntesten Songs „Sing, Sing, Sing“  kam, war der Erfolg des Konzerts bereits sicher.

Das Konzert in der Carnegie Hall wird noch immer als eines der wichtigsten Konzerte der Jazzgeschichte angesehen, da hier diese Art der Musik nach langen Jahren erstmals von der Allgemeinheit akzeptiert wurde.

Der gesamte Abend wurde aufgezeichnet. Obwohl die Aufnahmen aufgrund der fehlenden Technik nicht die beste Qualität aufwiesen, nahm Goodman diese Aufnahmen zu seiner Plattenfirma Columbia und wählte einige der aufgezeichneten Songs aus um diese auf einer LP zu veröffentlichen.

Diese Aufnahmen sind seit der ersten Auflage niemals aus dem Druck gegangen. Im Jahre 1998 wurden Aluminium Master Aufnahmen gefunden und auf CDs gepresst. Dieses Album wurde zum best verkauften live Jazz Album aller Zeiten.

Benny Goodman spielte nach dem Konzert in der Carnegie Hall sein Leben lang weiter mit den Größen der Musikwelt, wie Bix Beiderbecke, Louis Armstrong, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Count Basie, Mildred Bailey und Bessie Smith. Er tat dies bis zu seinem Tod im Alter von 77 im Jahre 1986. Im gleichen Jahr erhielt er posthum den Grammy Lifetime Achievement Award.

Für viele Musikkritiker ist die Rolle, die Goodman für den Jazz und den Swing einnahm, gleichzusetzen mit der Bedeutung Elvis Presleys für den Rock’n’Roll. Er versuchte „schwarze“ Musik einem weißen Publikum näher zu bringen und war ein Vorreiter im Kampf gegen die Rassentrennung in den USA. Daher ist sein Spitzname „King of Swing“ nach wie vor passend.

Wer sich intensiver mit dem Leben von Benny Goodman befassen möchte, dem sei dieser Film ans Herz gelegt. Wir jedenfalls freuen uns drauf euch am 8. März einige der legendären Klassiker der „Benny Goodman Band“ spielen zu können!

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