5th Anniversary Dance – Wer ist die Dame auf dem Flyer?

Flyer, SwingTime, Swing Party, Grammophon
Sind sie nicht hübsch? Warte Mal ab, bis Du einen anfasst

Hurra! Die Flyer für unser 5tes Jubiläum sind da – und sie sind wunderschön!

Wer uns helfen und auch welche unter die Menschheit bringen möchte, kann einfach während der Öffnungszeiten ins 42 gehen und sich dort einen Stapel und vielleicht sogar eines der nicht weniger hübschen Poster rausholen. Wir würden uns sehr darüber freuen und sagen schonmal „Danke für Deine Hilfe!“.

Aber wer ist die Dame auf der Vorderseite des Flyers und dem Poster?

Es handelt sich hierbei um die ungarische Sängerin und Schauspielerin Vali Rácz.

Vali Rácz – eine unbekannte Ikone und Heldin

Madame Rácz wurde am 25. Dezember 1911 im Südwesten von Ungarn geboren. Sie studierte an der Franz Liszt Music Academy und bekam schon kurz nach ihrem Abschluss erste kleine Rollen in ungarischen Filmen.

In den 30er und 40er Jahren wurde sie zu einem der größten Musik- und Filmstars Ungarns. In den 50er Jahren emigrierte sie erst nach New York, später nach London und dann in den 70ern nach München. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod am 12. Februar 1997.

Warum wir uns gerade für sie entschieden haben

Zum einen weil sie einer der großen Stars der 30er und 40er Jahre ist, die leider viel zu schnell wieder in Vergessenheit geraten sind. Sie verkörpert mit ihrer Anmut und ihrem Stil aber auch ihrem Talent und ihrer Unabhängigkeit genau diese Zeit.

Aber noch aus einem anderen Grund wollen wir auf ihre Geschichte aufmerksam machen und ihr Andenken am Leben halten.

Als die Nazis während des zweiten Weltkrieges in Ungarn einfielen, wäre Vali Racz eigentlich fein raus gewesen. Sie war Tochter eines katholischen Pfarrers, wohlhabend und damals bereits ein großer Star. Dennoch riskierte sie ihr Leben und nahm insgesamt fünf von den Nazis verfolgte Juden in ihrer Villa auf. Dort versteckte sie sie im Keller und später hinter einer doppelten Wand in ihrem begehbaren Kleiderschrank.

Allerdings wurde sie verraten und ihr Anwesen durchsucht. Obwohl keiner der Versteckten entdeckt wurde, wurde sie ins Hotel „Majestic“ verschleppt. Offiziell nur zur Befragung, aber das Hotel war berühmt dafür, dass die Leute dort oftmals erst gefoltert und später in Konzentrationslager geschickt wurden. Sie hielt stand und verriet nichts. Nach zwei Wochen konnten ihre Freunde und Kontakte für ihre Entlassung sorgen. In der Zwischenzeit konnten sich alle der versteckten Juden in Sicherheit bringen und überlebten den Krieg.

Aber noch ein zweites Mal brachte sie ihr Engagement in Schwierigkeiten. Als die rote Armee die Nazis aus Ungarn vertrieb, bändelte sie mit einem hohen Militär an, der eine Zeit lang in ihrer Villa in Budapest untergebracht war. Dieser musste allerdings wenig später die Stadt verlassen.

Von den herrschenden Partisanen wurde sie, da sie den Krieg recht unbeschadet überstanden hatte, der Zusammenarbeit mit den Nazis beschuldigt. Da es selbstverständlich keine Aufzeichnung über ihren Einsatz für ihre jüdischen Freunde gab und diese auch nicht erreichbar waren, konnte niemand bezeugen, was sie eigentlich getan und warum sie sich an machen Stellen kooperativ zu den Nazis verhalten hatte. Sie sollte Exekutiert werden.

Am Tag der Hinrichtung, als schon ein Priester zur letzten Ölung gerufen wurde, kehrte zufällig der General zurück nach Budapest, erfuhr von dem drohenden Unheil und konnte den Tod von Vali Rácz durch seinen Einfluss in letzter Sekunde abwenden.

Righteous Among the Nations

Für ihren Einsatz bekam sie 1991 den „Righteous Among the Nations“-Preis verliehen. Eine vom Staat Israel und der Einrichtung Yad Vashem verliehene Auszeichnung für nicht-Juden, die sich für Juden während der Herrschaft der Nazis eingesetzt haben.

 Erzähl von Vali Rácz

Wir hoffen, dass wir für ein wenig Aufmerksamkeit für Vali Rácz und ihre spannende Geschichte sorgen können. Wenn Du das nächste Mal ihr Foto auf unserem Flyer oder Poster siehst, Dich an ihren Mut und ihren Einsatz erinnerst und vielleicht noch einer Freundin oder einem Freund von ihrer Heldentat erzählst, haben wir schon viel gewonnen.

Menschen, die ihr eigentlich komfortables Leben riskieren, um anderen zu helfen, sollten nicht einfach so in Vergessenheit geraten. Man sollte ihrer Gedenken und dafür sorgen, dass ihre Geschichte immer wieder erzählt wird. Du kannst dabei helfen!

Quellen:

Hast Du schon bei der „42 SwingTime ‚5th Anniversary Dance'“-Veranstaltung bei facebook zugesagt? Hast Du auch schon alle Deine Freunde eingeladen?

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