Cab Calloway – His High-de-Highness of the Ho-de-Ho

Moin, Kai hier. Nachdem Arne sich ja schon etwas über unser Vorhaben ausgelassen hat, dachte ich, ich schreib mal wie das bei mir so angefangen hat mit der ganzen Sache.

Den ersten Kontakt mit Swing, Jazz und Blues-Musik bekam ich durch den Film „Blues Brothers„.  Auch wenn in diesem Film etliche unglaublich gute Szenen vorkommen und mehr Musiklegenden einen Auftritt haben als man zählen kann, stach für mich immer eine Szene besonders heraus, und zwar diese:

Allein durch die Musik versetzt die Band die anwesenden Gäste von einer heruntergekommenen Aula vor eine große Showbühne die direkt aus den 30er Jahren stammen könnte, in pure Begeisterung. Das hat mich immer fasziniert. Das mir dann auch noch das Musikstück „Minnie the Moocher“ ausgesprochen gut gefällt tat ein Übriges.

Ich interessierte mich besonders für den netten älteren Herr der dieses Stück singt und stieß schnell auf den Namen Cab „The Hi-De-Ho-Man“ Calloway. Seinen doch recht ungewöhnlichen Spitznamen verdankt er dem bereits verlinkten Lied „Minnie the Moocher“, welches auch sein bekanntestes Stück ist.

Cab Calloway war in den frühen 30er Jahren einer der bekanntesten Jazz Sänger und Bandleader und trat mit seiner Band regelmässig im berühmten New Yorker „Cotton Club“ auf. Sein Erfolg war so groß, das er einer von zwei damals populären Schwarzen war, die Sendungen in den großen Radiostationen Amerikas bekamen.

Weiterhin lieh er seine Stimme und seinen doch recht ungewöhnlichen Tanzstil den Kurzfilmen von Betty Boop. Diese 10 minütigen Cartoons aus den 30er und 40er Jahren sind kaum mit heutigen Cartoons vergleichbar. Es gibt keine bzw. kaum Sprache, sondern fast ausschließlich musikalische Untermalung und die Szenarien sind, höflich ausgedrückt, immer ziemlich abgefahren. Wenn ich die als kleines Kind gesehen hätte, gäbs sicher ein bis zwei Episoden nach denen ich mir leichte bis mittelschwere Psychosen eingefangen hätte. Die Bewegungen der tanzenden Figuren erscheinen zur heutigen Zeit ungewöhnlich, was daran liegt das diese durch die sogenannte Rotoskopie erzeugt wurden. Hierbei wird eine Filmszene (im Falle von Betty Boop die Tanzszenen) zunächst in Realfilm aufgenommen und dann von hinten gegen eine Mattglasscheibe projiziert, so dass der Animator sie quasi abpausen kann. Hierdurch sollten realistischere Bewegungsabläufe ermöglicht werden, was meiner Ansicht nach gut gelang und eine eigene, sehr surreale Atmosphäre entstehen lies.

Ein weiterer, meiner Meinung nach, sehr interessanter Aspekt an Cab Calloway sind die von ihm gesungenen Lieder. Ich hätte niemals gedacht das es vor den 60ern möglich gewesen ist in Amerika freudestrahlend über Opiumnutzung, Cannabisrauchen o.ä. zu singen. Aber solange keine Erwähnung von Geschlechtsteilen vorkommt schien das auch damals schon ok. Die Anspielungen auf Drogenkonsum kommen erstaunlich häufig in den Liedern von Calloway vor, sind aber immer durch Slangausdrücke umschrieben. So ist beispielsweise der, auch in Minnie the Moocher genutzte, Satz „kicking the Gong around“ ein Synonym für die Einnahme von Opium.

Ein anderes Lied, The Reeferman, beschäftigt sich mit einem Herren der dem Cannabisrauchen nicht abgeneigt ist und stellt ein weiteres Lieblingslied von Cab Calloway für mich dar:

Cab Calloway starb 1994 im Alter von 86 Jahren, ohne jemals aufgehört zu haben durch Auftritte seine Musik im Bewusstsein der Menschen zu halten. Meiner Meinung nach einer der ganz großen Entertainer und leider zu wenig beachtet in unserer heutigen Zeit.

Also Leute, guckt auf Google, Youtube, Vimeo oder wo sonst und hört euch seine Musik an, ich finde er hat es verdient.

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3 Gedanken zu “Cab Calloway – His High-de-Highness of the Ho-de-Ho

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